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Bürokratie ist Hemmschuh Nummer 1

UMFRAGE Im Dezember befragte das Wirtschaftsblatt die Familienunternehmer unter seinen Lesern. Der Rücklauf war mit über 1.600 Antworten überwältigend – und gibt ein klares Bild der Stimmungslage.

Von Volker Motz

Sie haben sich viel Zeit genommen, den Fax-Antwortbogen aufmerksam gelesen und ausgefüllt. Und nicht wenige haben ihre Kreuze auf dem Wirtschaftsblatt-Vordruck um mehrseitige Anschreiben ergänzt, um der Redaktion dezidierte Einblicke in ihre Geschäftsentwickung und die damit verbundenen Herausforderungen zu gewähren. Die deutschen Familienunternehmen haben sich zu Wort gemeldet. Tenor: Trotz teils widriger Umstände und währungsbedingter Unsicherheiten schauen sie mehrheitlich optimistisch in die Zukunft. Doch wurde auch klar: Es gibt viele Rahmenbedingungen, die für erfolgreiches Wirtschaften der Familienunternehmen der Verbesserung harren.

Positives Denken trotz Euro-Unsicherheit

Wie wirkt sich die aktuelle finanzpolitische Unsicherheit in Europa auf die Entwicklung des eigenen Unternehmens aus, hatte das Wirtschaftblatt gefragt. Die Antwort – Mehrfachnennungen waren möglich – fällt eindeutig aus: 36 Prozent der befragten Familienunternehmer zeigen sich unbeeindruckt und erwarten für das laufende Jahr eine unvermindert gute Geschäftsentwicklung. Rund ein Fünftel rechnet sogar mit einem stabilen, weiteren Wachstum. Über die Hälfte der Familienunternehmen allerdings macht eine Verunsicherung bei ihren Kunden aus, was sich im nächsten Schritt auf die eigenen Geschäfte auswirken könnte. Eine eingetrübte Konjunktur führt bereits bei einem Viertel zu Auftrags- und/oder Umsatzrückgängen.
Dennoch betrachten nur 21 Prozent ihre finanzielle Situation aktuell als die größte Herausforderung. Viel entscheidender für die Geschäftsführer und Inhaber ist das Thema Personalentwicklung. In Zeiten, wo qualifizierte Fach- und Nachwuchskräfte zunehmend zum Indikator werden, um sich erfolgreich vom Wettbewerb zu unterscheiden, sieht mehr als die Hälfte der Befragten hier große Probleme. Eine Flexibilisierung des Arbeitsrechts wünschen sich deshalb fast die Hälfte der Familienunternehmer von der Politik. Nur sieben Prozent sehen im Bereich Personalentwicklung das Problem im generellen Zugang zu Fachkräften, ein Drittel würde sich von den politischen Repräsentanten eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Schulsystems wünschen, um Nachwuchskräfte frühzeitig auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten.


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