Die Zahlen, die der Immobilienverband Deutschland (IVD) in diesem Jahr erstmalig im Preisspiegel für Gewerbeimmobilien zusammengetragen hat, beschreiben eine klare Tendenz: Im überwiegenden Teil der 120 untersuchten Kommunen zahlen Mieter derzeit deutlich weniger für Büroräume und Ladenlokale in Toplagen als noch vor zwölf Monaten. In Großstädten sind es für Büroflächen laut IVD durchschnittlich fünf Prozent. Die allgemein schlechte Wirtschaftslage, die steigende Zahl der Insolvenzen und der generelle Trend zu bescheideneren Räumlichkeiten sind nach Meinung der Experten die entscheidenden Faktoren für die Entwicklung der vergangenen drei Jahre.
Steigende Büromieten in Mettmann und Velbert
In den rheinischen Großstädten Köln, Bonn und Düsseldorf pendeln sich die Büromieten, nachdem sie über Jahre hinweg beständig gesunken sind, derzeit auf einem konstant hohen Niveau ein. In der Domstadt liegt die durchschnittliche Netto-Kaltmiete bei zehn Euro pro Quadratmeter, in Bonn gar bei 11,50 Euro. In Düsseldorf verlangen Vermieter durchschnittlich immerhin noch neun Euro für Räume mit mittlerem Nutzwert.
Aber auch in den Städten, die an diese Zentren angrenzen, liegen die Mieten auf hohem Niveau. Für den Kreis Mettmann verzeichnet der IVD in seinem Preisspiegel nur für eine von fünf erwähnten Städten rückläufige Büromieten: In Ratingen sank die Netto-Kaltmiete um sieben Prozent auf sieben Euro. Damit liegt sie aber immer noch höher als in Hilden (6,80 Euro) oder Erkrath (5,50), wo die Werte im Vergleich zum Vorjahr konstant blieben. Mehr für ihre Büroflächen verlangten im Vergleich zum Vorjahr dank steigender Nachfrage Vermieter in Velbert und Mettmann. Dort verzeichnete der IVD Netto-Kaltmieten von 6,50 Euro und sechs Euro.
Sinkende Ladenmieten im Kreis
Bei den Ladenmieten zeigt die landesweite IVD-Studie kein einheitliches Bild: Während die Netto-Kaltmieten in Ballungszentren stabil blieben, sanken sie in Spitzenlagen der Städte bis 300.000 Einwohner um fünf Prozent. Trotz rückläufiger Umsätze sei der Verdrängungswettbewerb im Einzelhandel unverändert im Gange: Der Trend gehe zu zentralen Lagen, der Ansiedlung von Filialisten und der Eröffnung von innerstädtischen Einkaufszentren. Bei den Ladenlokalen sind es vor allem die Nebenlagen, die laut IVD Sorge bereiten. Als konstant bis leicht steigend erweisen sich hingegen die Top-Lagen Düsseldorfs oder Kölns. In begehrter Lage zahlt man in der Domstadt bis zu 195 Euro Netto-Kaltmiete pro Quadratmeter – Platz eins unter den 120 betrachteten Kommunen. Von vergleichbaren Werten ist man im Kreis Mettmann weit entfernt. Den deutlichsten Rückgang verzeichneten die IVD-Statistiker für Hilden. Dort sanken die Preise für Ladenlokale mit einer Fläche von 100 Quadratmetern und mehr um satte 20 Prozent auf 20 Euro. In Erkrath und Mettmann zahlen Mieter im Durchschnitt zehn Euro pro Quadratmeter, neun Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Konstant bei 55 Euro blieben die Mietpreise in Ratingen. Entgegen dem Trend hat der Immobilienverband Deutschland Region West für Velbert einen deutlichen Anstieg der Ladenmieten registriert: 28 Euro zahlt man dort in exponierter Lage pro Quadratmeter – satte 22 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.
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