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Kunststoff
Material mit Zukunft

Wer über die wirtschaftlichen Stärken unserer Region spricht, fokussiert sich meist sehr schnell auf die Be- und Verarbeitung von Metall. Dabei verzeichnet gerade das Kunststoffverarbeitende Gewerbe seit Jahren gute Wachstumsraten. Die mittelständisch strukturierte Zulieferbranche sichert mit ihren Kunststoffprodukten Beschäftigung und Ausbildung. Im Wirtschaftsblatt schreibt der in Mettmann lebende Professor für Polymertechnik, Professor Dr. Helmut Käufer, was man von den synthetischen Werkstoffen noch erwarten kann.


Von wegen Pappkamerad: Der Roboter, der auf der EXPO 2005 im japanischen Aichi den Gästen den Weg zeigte, war aus Kunststoff

Unsere Region darf sich mit Fug und Recht zu den Keimzellen der modernen Kunststofftechnik zählen. In Wuppertal etwa gelang schon Anfang des vergangenen Jahrhunderts die Herstellung von synthetischem Gummi, ab 1910 wurden daraus die ersten Autoreifen gefertigt. In Leverkusen und Dormagen werden schon fast ebenso lang Konstruktions- und Faserkunststoffe entwickelt. Das Land hat also eine wichtige Kunststoff-Tradition. Doch wie steht es heute um die kunststoffanwendende Industrie in NRW?

Trotz seiner zahllosen Einsatzmöglichkeiten konnte sich der Kunststoff im Wettbewerb der Werkstoffe bisher bei uns nur bedingt durchsetzen. Ihm fehlt die Lobby! Dabei bieten innovative Polymere ungeahnte Einsatzmöglichkeiten. Kunststoff ist mehr als eine kostengünstige und leichte Alternative zu Materialien wie Metall, Holz, Stein und Beton. Andere Länder haben das bereits erkannt und engagieren sich verstärkt in Forschung und Entwicklung. Hier müssen Deutschland und NRW aufpassen, um den Anschluß nicht zu verlieren. Denn die Kunststoffe der nächsten Generation bieten das Potential für wirtschaftliches Wachstum und technische Weiterentwicklung.

Kunststoff macht beweglich

Auf der Expo 2005 im japanischen Aichi wiesen menschenähnliche Roboter den Besuchern den Weg. Andere verzauberten das Publikum als Unterhaltungskünstler, tanzten, musizierten und forderten zum Mitmachen auf. Möglich wurde das einerseits durch modernste Mikroelektronik, leistungsstarke Prozessoren und findige Programmierer. Gleich wichtig für den Auftritt der menschlichen Maschinen aber war die Verwendung neuartiger, hochflexibler Polymere, um einen möglichst natürlichen Bewegungsablauf der Roboter zu erreichen. Hier wird deutlich, welche Chancen die Kunststoffindustrie dem Maschinenbau eröffnet. Denn deren bislang eher statische Automatisierungshelfer für die Herstellung, Verarbeitung und Verpackung von Industriegütern können, kombiniert mit modernsten Kunststoffen, jetzt auch im Dienstleistungssektor und dem privaten Bereich an Bedeutung gewinnen.


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