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Gewerbeparks mit eingebautem Wachstumspotential
Gemeinsam statt einsam

Man findet sie überall in NRW – mehr oder weniger attraktiv angelegte Gewerbeparks, Handwerkerhöfe und Technologiezentren. Die meisten von ihnen waren einst aufgelassene Industriebrachen, marode Baudenkmäler oder ehemalige Kasernen. Heute strotzen sie vor einer vielfältigen und lebendigen Nutzerstruktur.

Zwischen Lennep und Lüttringhausen: Das Industrie- und Dienstleistungs-Center auf dem ehemaligen Gelände in Remscheid

Warum Gewerbeparks und ihre Verwandten kräftige Blüten treiben, hat ursächlich mit dem tiefgreifenden und anhaltenden Strukturwandel im ehemals großindustriell geprägten Nordrhein-Westfalen zu tun. Die alte Ausrichtung ist Vergangenheit; das Bundesland wandelte sich im Verlauf der vergangenen 30 Jahre mehr und mehr zu einem Standort mit kleinteiligeren Produktions- und Dienstleistungsstrukturen. Die Verantwortlichen beim Land und in den Kommunen mussten umdenken, denn der eher mittelständisch geprägte Branchen-Mix verlangte nach einer neuen Gewerbeflächenpolitik.

Erst zögerlich erkannte man, dass die Reaktivierung von Brachflächen und die Neunutzung alter Industriekomplexe nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern durchaus auch wirtschaftlich interessant sein kann. Der Grundstücksfonds des Landes ist vor diesem Hintergrund ein wichtiges, strukturpolitisches Instrument. Städte und Gemeinden haben die Möglichkeit, durch den Fonds brachgefallene Industrie- und Gewerbeflächen zu erwerben; die Sanierung und Erschließung der Flächen wird aus öffentlichen Mitteln finanziert.

Aus Industriellenfamilien sind erfolgreiche Vermieter geworden

Beste Beispiele gibt es inzwischen in fast allen Landesteilen. So wurde die Zeche Zollverein in Essen vor dem Verfall gerettet, rekultiviert und mittelständischen Betrieben als Standort zugänglich gemacht. Die leerstehenden Militärgebäude der britischen Ayrshire Barracks in Mönchengladbach haben sich in den erstklassigen Nordpark verwandelt, und in den Wohn- und Verwaltungstrakten der ehemaligen General-Oberst-Höpner-Kaserne in Wuppertal entstehen dank eines niederländischen Investors in Kürze moderne Büroflächen zu attraktiven Konditionen. Letzteres Beispiel zeigt, dass nicht nur die öffentlichen Hände bei solchen Projekten aktiv wurden und werden. Aus vielen Industriellenfamilien sind inzwischen erfolgreiche Vermieter geworden.

Viele potentielle Nutzer

Diese Art der Revitalisierung un- oder mindergenutzter Militär- und Industrieareale dürfte in Zukunft bei knapper werdenden Flächenressourcen und ständig neuen rechtlichen Rahmenbedingungen weiter an Bedeutung gewinnen. Denn der Bedarf an flexiblen Gewerbeflächen wächst, schließlich wird Nordrhein-Westfalens Wirtschaftskraft zunehmend vom Mittelstand getragen. Das sind laut Landesministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie aktuell rund 723.000 kleine und mittlere Unternehmen, die allein fast drei Viertel der Arbeitnehmer in NRW beschäftigen. Das Handwerk ist mit rund 165.000 Betrieben und einer Million Beschäftigten sogar der mit Abstand größte Arbeitgeber im Lande. Mit speziellen Förderprogrammen, die einerseits aus dem Landeshaushalt und andererseits aus Strukturfonds der EU finanziert werden, können inzwischen auch Neuansiedlungen in Gewerbeparks unterstützt werden.

Die ersten Gewerbeparks in NRW entstanden in den 1980er Jahren. Nicht verwechseln sollte man sie mit Gewerbegebieten, bei denen die Gewerbegrundstücke sehr flexibel, aber auch unabhängig von der Nachbarschaft zugeschnitten werden. Ein funktionierender Gewerbepark hingegen berücksichtigt städtebauliche, landschaftliche und architektonische Gegebenheiten und zeichnet sich durch eine gute verkehrliche Infrastruktur aus. Auch in eigentlich alten Hallen werden heute energieeffiziente Räumlichkeiten mit hohem Maß an Funktionalität und Flexibilität geboten.


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