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Projektentwicklung
Drahtseilakt für Planer

Die Kluft zwischen Befürwortern des Fortschritts und Hütern historisch gewachsener Strukturen wird größer. Muss die neue Rheinbrücke unbedingt an der Loreley gebaut werden? Ist die Symbiose von Shopping Mall und Braunschweiger Stadtschloss wirklich perfekt? Zweifel sind erlaubt, denn nicht alles, was machbar ist, macht auch immer Sinn.

Im Vivaco-Projekt „Wilde 13“ entstehen 32 Reihenhäuser in einem historischen Düsseldorfer Straßenbahndepot

von Brigitte Waldens

Projektentwickler haben es nicht leicht, die Balance zwischen gegensätzlichen Interessen zu halten. Dabei stehen gerade sie in der Verantwortung, Auswüchse auf der einen wie auf der anderen Seite zu vermeiden. Gefragt ist von Fall zu Fall individuelle Kreativität, die sich gleichermaßen an den Gegebenheiten des Standorts und der Zweckbestimmung des künftigen Objekts orientiert. Besonders verdient es dann Anerkennung, wenn die vorhandene Infrastruktur in neue wirtschaftliche Nutzungen überführt werden kann – ohne dabei in ihrer Authentizität Schaden zu nehmen. Beispiele für solch gelungene Projekte gibt es etliche. Unter anderem der Düsseldorfer Medienhafen, wo sich mittlerweile eine prosperierende Zukunftsbranche angesiedelt hat. Aber auch die Stadt Solingen kann mit der erfolgreichen Revitalisierung und Umwidmung eines stillgelegten Güterbahnhofs punkten.

Altes und Neues harmonisch kombiniert

Überhaupt gewinnt die Reaktivierung von Brachen an Bedeutung. Denn in den Kommunen setzt sich die Erkenntnis durch, dass maßloser, unkontrollierter Flächenverbrauch unwiederbringlich wertvolle Ressourcen vernichtet. Wie intelligent schon vorhandene Räumlichkeiten neu genutzt werden können, beweist das Projekt der Vivacon AG „Wilde 13“ in der Landeshauptstadt. In einem denkmalgeschützten historischen Straßenbahndepot am Südpark ist der Bau von 32 Reihenhäusern mit kleinen Gärten geplant, die ein wohl einmaliges Ambiente mit exzellenter Wohnqualität versprechen. Ein paar Kilometer entfernt in Köln entsteht ein weiteres Projekt, das ebenfalls auf die reizvolle Verbindung von Alt und Neu setzt. Auf gut 15 Hektar, mitten in der Domstadt und unmittelbar am Rhein, geht zur Zeit der Rheinauhafen seiner Vollendung entgegen. Das neue urbane Viertel begeistert durch eine spannende Mischung aus historischer und moderner Architektur. So sorgt beispielsweise die kühne Kombination von alten Schienensträngen, Natursteinpflaster und restaurierten Hafenkränen mit Glas, Stahl und Licht für ein Erscheinungsbild in einzigartiger Optik.


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