Eine vernünftige Entscheidung unseres Nachbarlandes – ist doch erwiesen, dass der Ertrag der Steuer in keinem Verhältnis zum Verwaltungsaufwand und ihren Nachteilen steht. Angesichts unserer Neidgesellschaft und bei einer in Grundzügen sozialistisch geprägten Politik können die Deutschen auf diese Entwicklung wohl nur vergeblich hoffen. Daher bleibt nur die Hoffnung auf Erleuchtung und Schadensbegrenzung in Berlin. Die bislang vorgelegten Entwürfe spiegeln jedoch eine Einstellung vieler Politiker wider, die sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr durchgesetzt hat: die Belange von Großkonzernen werden medienwirksam vertreten, während die vielen kleinen und mittelständischen Betriebe, die das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden, vernachlässigt werden. Vor dem Hintergrund, dass diese oftmals sehr kleinen Betriebe mehr als zwei Drittel aller Arbeitsplätze in Deutschland stellen und etwa die Hälfte der Bruttowertschöpfung aller deutschen Unternehmen erarbeiten, erscheint es paradox, gerade diese im Zuge der Erbschaftssteuerreform noch weiter zu belasten. Der vorliegende Gesetzesentwurf bedarf signifikanter Änderungen, damit der Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb nicht an Attraktivität verliert. Eine reformierte Erbschaftssteuer muss den Familienunternehmen in der oft schwierigen Phase des Generationenwechsels die nötige Liquidität und Planungssicherheit lassen, um den Erfolg der vielen deutschen hidden champions, aber auch den des kleinen Handwerksbetriebes, zu garantieren. Dr. Heinrich Weiss ist Geschäftsführer der Düsseldorfer SMS-Group und ehemaliger BDI-Präsident
|