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Länderheft
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Stadt aktiviert neue Gewerbeflächen Verkaufsschlager Ratingen Auch mit Abstand und viel Objektivität konnte man zuletzt beim Studium der Ratinger Lokalpresse nur noch große Augen machen: >Nokia kommt<, >Coca-Cola kommt< oder >Vodafone baut Büro-Campus< lauteten die Schlagzeilen. Damit die heimischen Zeitungen weiter so titeln können, will der boomende Standort die Ausweisung von 15 weiteren Hektar für Gewerbeansiedlungen in Angriff nehmen.
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Wirtschaftsförderer Reiner Heinz schaut kurz aus dem Fenster seines Büros im dritten Stock des Rathauses und überlegt. „Nein, ein solch erfolgreiches Jahr hat es in unserer jüngeren Wirtschaftsgeschichte noch nicht gegeben“, sagt er dann. Rund 2.100 neue und 1.700 gesicherte Stellen weist seine Arbeitsplatzbilanz für 2008 aus und das Jahr ist noch nicht zu Ende. Das aus Sicht der 93.500 Einwohner wohl wichtigste >Ja< zum Standort kam dabei aus der Düsseldorfer Zentrale von Vodafone. Im Zuge der Neustrukturierung des deutschen Niederlassungsnetzes werden im kommenden Jahr in Lintorf, in direkter Nachbarschaft zu A 52 und A 524, die Bagger rollen. Auf einer Fläche von 220.000 Quadratmetern entsteht bis 2012 ein gewaltiger Büro-Campus für 2.500 Mitarbeiter. Im Gegensatz zum derzeit genutzten Standort im D2-Park am Blyth-Valley-Ring bietet er Platz für 1.000 zusätzliche Beschäftigte. Bei der Nutzung aller Ausbaureserven könnten Büros für insgesamt 6.500 Mitarbeiter entstehen.
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Amand, Coca-Cola, Nokia, Vodafone
Neuer Mieter im Place4 Business@Life Büropark im Osten der Stadt wird Coca-Cola. Mit 200 Mitarbeitern zieht der Weltkonzern von Düsseldorf-Rath in das siebenstöckige Zwei-Scheiben-Haus an der Balcke-Dürr-Allee/Ecke Homberger Straße, für das gerade die Bauarbeiten begonnen haben. Im Herbst 2009 will Coca-Cola von hier aus seine Großkunden betreuen. Bereits im Juli hat der Handyweltmarktführer Nokia im Place4 Büros für 350 Mitarbeiter in Beschlag genommen. Nicht minder spektakulär ist die Ansiedlung der Amand-Unternehmensgruppe. Der Düsseldorfer Baukonzern wechselt nicht nur mit 350 Beschäftigten an die Borsigstraße. Der Stadtteil Tiefenbroich wird auch der künftige Firmensitz des 100 Millionen Euro Umsatz schweren Bauspezialisten. Werner Amand nennt mehrere Gründe, die für den Wechsel seines Unternehmens aus dem elf Kilometer entfernten Düsseldorfer Stadtteil Flingern ausschlaggebend waren. Expansion sei an dem innerstädtischen Standort nicht mehr möglich gewesen. Auch konnte man von Seiten der Landeshauptstadt keine geeigneten Flächen offerieren. „Wir besaßen allerdings seit den 70er Jahren die Fläche an der Borsigstraße und haben unseren Düsseldorfer Standort zu einem guten Preis veräußern zu können“, unterstreicht Amand. Überaus positiv bewertet er das Engagement der städtischen Verantwortlichen. Als Stolperfalle hätten sich wasserschutzrechtliche Auflagen erweisen können. Hier sei man sehr aktiv unterstützt worden, so dass mit den Umweltbehörden des Kreises Mettmann ein tragfähiger Kompromiss ausgehandelt werden konnte. „Bürgermeister Harald Birkenkamp, aber auch Landrat Thomas Hendele haben sich persönlich engagiert. Dafür meinen besonderen Dank.“ Weitere Argumente für die Umsiedlung waren die exzellenten Verkehrsanbindungen und der moderate Gewerbesteuerhebesatz. Die Eröffnung des neuen Firmensitzes ist für das 3. Quartal 2009 geplant.
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Erklärbare Nachfrage
„Wir profitieren immer stärker von unserer unschlagbaren Verkehrsgunst, die gleich mit vier Autobahnen aufwarten kann. Der Düsseldorfer Flughafen und sein Fernbahnhof sind von der Stadtmitte in nur neun Minuten zu erreichen, so dass sich die Ratinger Geschäftsleute erst dann auf den Weg machen, wenn andere Passagiere schon boarden. Eine Straßenbahn nach Düsseldorf sowie die S-Bahnlinie 6, von Köln nach Essen, sind beste ÖPNV-Anbindungen“, erklärt Wirtschaftsförderer Reiner Heinz. Die Wirtschaftsförderung sei mit drei Mitarbeitern zwar durchaus schlank aufgestellt, aber man sei optimal mit allen anderen Abteilungen in der Verwaltung vernetzt. Außerdem habe man Bürgermeister Birkenkamp als obersten Wirtschaftsförderer im Team und könne so Entscheidungen sehr schnell herbeiführen. Das Hauptargument für ansiedlungswillige Firmen sind insbesondere verfügbare Gewer-beflächen. Die sind allerdings durch das ungebrochene Interesse am Standort in den ver-gangenen Jahren zusehends rar geworden. Aktuell arbeitet das Amt für Stadtplanung, Vermessung und Bauordnung daher unter Hochdruck an einer Ausweitung des Angebots. Dies ist die Aufgabe von Michael Hölzle. „Wir haben in den vergangenen Monaten mit dem Kölner Planungsbüro Jansen eine umfangreiche Flächenanalyse durchgeführt, deren Ergebnisse Anfang September vom Rat abgesegnet wurden“, sagt der Planer. Um ein Mehr an Fläche generieren zu können, fahre man zweigleisig. Auf der einen Seite werden bislang landwirtschaftlich genutzte Flächen umgewandelt. Dies betrifft eine fast acht Hektar große Fläche nördlich der Meiersberger Straße im östlichen Stadtteil Homberg ebenso wie eine sieben Hektar große Fläche am Lintorfer Ortseingang, zwischen Blyth-Valley-Ring und der A 52. Andererseits ist man bestrebt, Schätze im Bestand zu heben, wie Hölzle weiter ausführt: „Wir haben in der Stadt immer noch Brachflächen oder Mindernutzungen, die ideal für kleinere Unternehmen sind.“ Hierbei kommen den Stadtplanern die Erfahrungen zugute, die man bereits mit dem Baulücken-Kataster im Bereich Wohnen gesammelt hat. Durch eine gezielte Bauleitplanung, vor allem aber durch persönliche Gespräche, will man die Grundstücksinhaber zur Aufwertung ihrer Flächen animieren. Dass die Aktivitäten notwendig sind, beweist auch diese schlichte Nachricht: „Anfang 2010 wird sich ein namhaftes japanisches Unternehmen mit seiner Deutschlandzentrale und 180 Mitarbeitern niederlassen.“
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Neu auf der Borsigstraße: Auf 16.000 Quadratmetern entsteht bis 2009 der Firmensitz der Amand-Unternehmensgruppe samt Verwaltungsgebäude sowie Maschinen- und Fuhrparkhalle
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