Jenseits volatiler Aktiendepots und schwankender angelsächsischer und südeuropäischer Immobilienmärkte sind selbstgenutzte Wohnungen und Häuser bei uns weiterhin eine sichere Geldanlage. Wertverluste brauchen nordrhein-westfälische Haus- und Wohnungseigentümer nicht zu fürchten, da es hierzulande keine absurden Preisblasen gegeben hat. Die Wertzuwachskurve im heimischen Wohnungsmarkt steigt langsam, aber dafür kontinuierlich.
Außergewöhnlich: Der individuelle Wunsch nach Wohneigentum soll durch „Wohnriester“ einfacher werden
von Thomas Scharfstädt
Für die Zukunft prognostizieren unter anderem die Experten der Westdeutschen Landesbausparkasse (LBS West) in vielen Bereichen weitere Wertzuwächse, weil das Angebot knapper wird. Denn bei sinkenden Einwohnerzahlen steigt gleichzeitig die Zahl der Haushalte. Dem Neubaumarkt aber fehlt es an Schwung. Er liegt in allen fünf NRW-Regierungsbezirken geradezu am Boden. Für das kommende Jahr erwarten Marktbeobachter deutlich unter 40.000 Neubauwohnungen – nach rund 39.000 in 2008 und 45.000 im Jahr 2007. Wer also auf Zustand und Lage seines Wohneigentums achte, sichere sich eine erstklassige Wertanlage, verspricht zum Beispiel Dr. Christian Badde, der Vorstandsvorsitzende der LBS West.
Impulse durch Wohn-Riester
Für eine deutliche Belebung des Neubaumarktes werden nach Meinung der LBS-Strategen die brandneuen Möglichkeiten des Riester-Bausparens sorgen. Denn seit November können steuerlich geförderte Riester-Zahlungen auch für den Kauf einer Immobilie genutzt werden. Man kann sogar ein Haus oder eine Wohnung erwerben und anschließend mit Wohn-Riester den Kredit abbezahlen. Die steuerlich geförderten Beträge werden dabei auf einem fiktiven Konto vermerkt und im Rentenalter mit dem individuellen Steuersatz versteuert. Wer seine Immobilie verkauft, muss die Förderung zurückerstatten, es sei denn, er nutzt sie zum Erwerb einer anderen Immobilie oder für eine lebenslange Geldzahlung. Bis zum Jahresende 2008 werden alleine bei der LBS West über 25.000 Riester-Sparer einen der neuen Verträge abgeschlossen haben. Wie kein anderes staatliches Fördermittel ermöglicht es schließlich Familien und jungen Menschen, langfristig materielle Sicherheit aufzubauen – und das bei großer Flexibilität. „Einzig beim Image musste sich Bausparen in den vergangenen Jahren verglichen mit anderen Anlageformen an den Börsen geschlagen geben. Ein Blick auf unsere Geschäftszahlen zeigt aber, dass Bausparen immer populär war“, verrät LBS-Sprecher Bernd Pütz, „wir liegen aktuell bei einer abgeschlossenen Bausparsumme von 9,6 Milliarden Euro und werden in Kürze die Zehn-Milliarden-Marke überspringen.“ Das große Interesse an der neuen Eigenheimförderung zeigt, dass auch im bevölkerungsreichen NRW die Menschen beim Thema Vermögensaufbau Sicherheit bevorzugen: Ganz oben stehen die eigenen vier Wände und die werden meist solide finanziert: Die Eigenkapitalquote liegt laut LBS durchschnittlich bei 42 Prozent und damit über dem Richtwert von einem Drittel, der meist bei Finanzierungen empfohlen wird.