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Mit dem Chemie-Nachwuchs im Gespräch
Verbindung in die Zukunft

Als Querschnittsdisziplin und Innovationsmotor kommt der Chemiebranche eine besonders hohe Bedeutung für die deutsche Wirtschaft zu. Kraftvoll schlägt ihr Herz in Nordrhein-Westfalen, getrieben von zahlreichen qualifizierten Nachwuchskräften. Um mehr über die Zukunftserwartungen und Überzeugungen der Chemie-Talente von heute zu erfahren, brachte das Wirtschaftsblatt und der Verband der Chemischen Industrie in NRW Fach- und Führungskräfte von morgen zu einem Gedankenaustausch zusammen.

Suchten gemeinsam den Dialog mit den nordrhein-westfälischen Chemie-Talenten: Uwe Wäckers (3. v. l.), Leiter Kommunikation der Chemieverbände NRW, und Wirtschaftsblatt-Redakteur Karsten Sander

Die Fakten sprechen für sich: Die Chemiebranche ist der drittgrößte Industriezweig NRWs. 25 Prozent aller deutschen Chemie-Beschäftigten arbeiten für nordrhein-westfälische Unternehmen, ein Drittel des bundesweiten Umsatzes der Branche wird zwischen Rhein und Weser erarbeitet. Die Bedeutung des in Hochschulen und Instituten versammelten Know-hows ist in Zahlen hingegen nicht zu messen. Vor allem werden in den mittelständischen Betrieben und industriellen Forschungslaboratorien innovative Impulse gesetzt – sei es bei der Entwicklung von Crash-Klebstoffen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr oder der Entwicklung von Chemieanlagen im Miniaturmaßstab. Nimmt man neue Produkte in die Hand, stehen die Chancen gut, dass Errungenschaften aus der nordrhein-westfälischen Chemie daran ihren gehörigen Anteil haben. Und dennoch hinkt die öffentliche Wahrnehmung der wirtschaftlichen Potenz und gesellschaftlichen Bedeutung der Branche oft hinterher. Die Erben von Alfred Nobel, Ernest Rutherford und Wilhelm Fresenius arbeiten täglich daran, das Brachenimage des Schmuddelkindes abzustreifen. Positive Nachrichten treten dennoch häufig in den Hintergrund: Während weithin bekannt ist, dass Professor Peter Grünberg vom Forschungszentrum Jülich 2007 den Physik-Nobelpreis für seinen Beitrag um die Fortentwicklung von Computer-Festplatten erhalten hat, wissen zumeist nur Kenner der Branche, dass der Nobelpreis für Chemie im gleichen Jahr ebenfalls an einen Deutschen ging: an Professor Gerhard Ertl vom Fritz-Haber-Institut in Berlin.

Weshalb es für Jugendliche und junge Erwachsene dennoch lohnend und spannend ist, sich für einen beruflichen Werdegang in den chemischen Betrieben und an den Lehrstühlen des Landes zu entscheiden, zeigen die Ergebnisse einer Diskussionsrunde mit vier Nachwuchskräften, die das Wirtschaftsblatt im Technikum des Traditionsunternehmens Henkel in Düsseldorf veranstaltete.

Die Teilnehmer:

Katharina Schwarze (24) absolviert derzeit einen dualen Studiengang zur Chemieingenieurin an der Hochschule Niederrhein in Krefeld. Praktische Kenntnisse erwirbt sie begleitend bei der Ineos GmbH in Köln. Die Schwerpunkte ihrer künftigen Arbeit: „Ich werde auf jeden Fall versuchen, die kooperative Chemieausbildung zu fördern. Auch zur weiteren Verbesserung von sicherheitstechnischen Aspekten möchte ich beitragen.“

Carina Rybsky (18) ist beim Chemieunternehmen Sasol mit Sitz im Chemiepark Marl beschäftigt. Beim Parkbetreiber Infracor macht sie zur Zeit eine Ausbildung zur Chemikantin. Ihr Ziel im Berufsleben: „Ich möchte durch meine Ideen und meine Erfahrung die Abläufe in der chemischen Industrie kostensparender und somit international konkurrenzfähiger machen.

Nermeen Nabih (28) ist Doktorandin bei Henkel. Sie kam im November 2008 nach Düsseldorf. Zuvor studierte sie an der Amerikanischen Universität in Kairo sowie an der Universität Ulm. „Ich hoffe, dass meine Doktorarbeit zum Thema Oberflächentechnik wichtige Impulse für die chemische Industrie geben kann“, sagt die gebürtige Ägypterin.

Dennis Herzberg (25) ist Student der Biotechnologie am Institut für betriebswirtschaftliches Management an der Universität Münster. Als Praktikant arbeitet er beim Cluster Industrielle Biotechnologie, kurz CLIB 2021. Er hofft, im Laufe seines Berufslebens mit Hilfe seiner biotechnologischen Kenntnisse „Entscheidendes für die Entwicklung neuer, alternativer Produkte und Produktionswege beitragen zu können.“


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