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Interview mit Innovationsminister Pinkwart
„Das finde ich schlau“

Andreas Pinkwart, Innovationsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, im Interview über die Ziele des Förderprogramms Mittelstand.innovativ!.

Herr Pinkwart, Sie fordern den Mittelstand auf, mehr in Innovation zu investieren. Da werden manche entgegnen, dass sie derzeit andere Sorgen haben.
Andreas Pinkwart:
Die Reaktion wäre absolut verständlich in diesen nicht einfachen Zeiten, aber zum Glück sagen mir die meisten Mittelständler: Ja, wir sehen die Notwendigkeit, in Forschung und Entwicklung zu investieren. Das finde ich schlau, denn schon unsere Vorfahren haben in harten Wintern darauf geachtet, bloß das Saatgut schön trocken zu halten. Innovationskraft ist unser Saatgut von heute.

Wie ist es in Nordrhein-Westfalen aus Ihrer Sicht um den innovativen Mittelstand bestellt?
Pinkwart:
Wir haben hier unzählige Firmen, die ihre Nische gefunden haben und dort Weltmarktführer sind. Die Bedeutung der kleinen und mittleren Unternehmen für die Wirtschaft, die Arbeitsplätze und die Aus­bildungsplätze ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Aber wir sehen auch: Die Verbindung zur Wissenschaft und zur anwendungsorientierten Forschung ist nicht so eng, wie sie sein könnte. Da scheint es noch Berührungsängste zu geben.

Wie wollen Sie die abbauen?
Pinkwart:
Wir haben ein ganzes Paket zur Mittelstandsförderung geschnürt. Für die verschiedenen Maßnahmen stellt das Land bis 2012 insgesamt 50 Millionen Euro bereit. Dazu gehören verbilligte Zinsen für Kredite, mit denen Forschung und Entwicklung angeschoben werden sollen. Dazu gehören Innovationsgutscheine, um sich Know-how von Hochschulen einzukaufen. Und dazu gehören Innovationsassistenten: Das Land bezuschusst die Einstellung von Hochschulabsolventen, die im FuE-Bereich eingesetzt werden.

Gibt es denn genug gute Absolventen im Ingenieursbereich?
Pinkwart:
Wir brauchen natürlich mehr gut ausgebildete Leute im Technikbereich. Deshalb auch mein Appell an die Mittelständler: Helfen Sie uns bei der Nachwuchsförderung. Viele Firmen tun das bereits durch ihr Engagement bei „Zukunft durch Innovation“. Das ist eine Initiative, die Schüler mit Technik und Naturwissenschaften in Berührung bringt und für Ingenieursstudiengänge wirbt. Und seit neuestem haben wir in NRW ein Stipendienprogramm…

…für das Sie auch die Wirtschaft um Geld bitten?
Pinkwart:
Ja. Jeder private Euro für ein Stipendium wird vom Land Nordrhein-Westfalen verdoppelt. Damit können die Unternehmen ihre regionale Hochschule unterstützen, den Nachwuchs fördern, Kontakt zu besonders begabten Studenten aufbauen und auch noch einen großen Werbeeffekt erreichen. Besser kann man sein Geld nicht anlegen!



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