von Andreas Hodapp-Schneider
Warum Franchising bei einer zunehmenden Anzahl von Selbständigen hoch im Kurs steht, wird schnell klar: Das System bietet interessierten Unternehmern die Möglichkeit, sich relativ problemlos ein zweites wirtschaftliches Standbein zu verschaffen, was gerade in Zeiten der Krise von großer Bedeutung sein kann. Zum anderen ist Franchising inzwischen ein anerkannter Weg, ein eigenes Filialsystem unter einer großen Marke betreuen zu lassen. Und zum dritten: Angehende Jungunternehmer mit einer guten Geschäftsidee können auf diese Weise betreut in die Selbständigkeit gehen. Alles in allem ein Konzept, von dem sich inzwischen viele mehr wirtschaftlichen Erfolg versprechen. Allein 2008 verzeichnete der Franchising-Bereich in Deutschland einen Umsatzzuwachs von 13 Prozent auf inzwischen 62,5 Milliarden Euro mit 940 Franchise-Systemen und 655.000 Beschäftigten. Die ungünstige wirtschaftliche Lage war dabei eher Motor als Bremse. Denn deutlich mehr hochqualifizierte und teilweise mit einer Abfindung ausgestattete Führungskräfte wurden freigesetzt – eine Gruppe, die sich besonders häufig via Franchising eine neue Existenz aufbaut.
Einstandspreise von 0 bis 200.000 Euro
Dem Neu-Unternehmer steht im Vorfeld seiner Entscheidung eine ganze Reihe von Informationsangeboten zur Verfügung. Dafür sorgen Online-Portale wie franchise-net.de, das Informationsangebot des Deutschen Franchise-Verbandes (DFV), aber auch das Bestreben um Transparenz bei den Franchise-Systemen selbst. Dies bietet dem Interessenten die Möglichkeit, unterschiedliche Modelle zu vergleichen, speziell in punkto Anforderungen an die Partner oder auch Höhe der anfallenden Franchise-Gebühren und Investitionssummen. Gerade die finanziellen Aspekte können stark variieren: Von Systemen ohne eingebrachtes Eigenkapital wie Segafredo über Investitionssummen um 1.000 Euro wie Town & Country oder 15.000 Euro bei Bemer Medizintechnik bis hin zu 200.000 Euro für Franchisenehmer von Joey´s Pizza. Attraktiv ist die Zusammenarbeit in einem Franchise-System, weil der Gründer nicht alleingelassen wird. Neben einer Standortanalyse, gemeinsamen Marketingmaßnahmen und Weiterbildung werden dem Franchisenehmer die Vorteile eines bereits gefestigten Markenimages geboten. Die Folge: Deutlich bessere Erfolgschancen im Vergleich zu einer Selbständigkeit auf eigene Faust. So verzeichnen Franchisenehmer laut DFV eine sechs Mal höhere Erfolgsquote bei der Gründung, um 47 Prozent bessere Betriebsergebnisse, sowie Renditen, die sich 67 Prozent über dem jeweiligen Branchendurchschnitt bewegen. Viele Systeme bieten für den Einsteiger zunächst eine Hospitation in unterschiedlichen bestehenden Betrieben und den Erfahrungsaustausch mit anderen Franchisenehmern an. Nach einer Grundschulung folgen auch während der Gründungsphase und darüber hinaus Aufbauschulung, Seminare, Workshops. |