von Sabine Hense-Ferch
Wegen der weltweit auslaufenden Rezession stiegen die Ausfuhren in ganz Deutschland im Vergleich zum Vormonat Mai überraschend kräftig um saisonbereinigte sieben Prozent, so das Statistische Bundesamt. Im ersten Halbjahr verkauften deutsche Unternehmen zwar fast ein Viertel weniger Waren ins Ausland als ein Jahr zuvor. Die Nachfrage nach Waren „Made in Germany“ zog zuletzt aber deutlich an, weil die exportorientierte Industrie wieder mehr Aufträge erhalten hat.
In vielen Branchen wächst die Zuversicht
Ines Ratajczak, als Referatsleiterin in der IHK in Bielefeld für Außenwirtschaft zuständig, bestätigt: „Auch in der Region geht der Trend nach oben.“ Auf der einen Seite sei nicht klar, ob die Talsohle schon durchschritten sei. Außerdem gebe es Branchen wie Maschinenbau und Automotive, die weiter tief in der Rezession steckten. Aber auf der anderen Seite wachse in der Elektrotechnik, im Metallbereich, bei einigen Möbelherstellern sowie anderen Unternehmen der Konsumgüterbranche die Zuversicht. Als „besonders erfreulich“ bewertete Ratajczak, dass die ostwestfälischen Unternehmer auch in der Krise ihre Exportanstrengungen nicht vernachlässigten. Das betreffe sowohl die zahlreichen Informationsveranstaltungen und Kontaktbörsen als auch Unternehmerreisen und Auslandsmessen. Eine Tour von NRW-Unternehmern nach Russland sei ausgebucht, obwohl gerade die Exporte in das osteuropäische Riesenland besonders unter der Krise litten. Ins positive Bild der Region passt auch die sinkende Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Kreis Lippe: Im ersten Quartal 2009 beantragten 47 Unternehmen in Lippe die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. „Das ist ein Rückgang um 20 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum“, teilt Axel Martens, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK) mit. Auch gegenüber dem vierten Quartal 2008 bedeutet dies einen Rückgang um 10,6 Prozent.
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