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Vereinbarkeit von Familie und Beruf Neue Spielwiesen für die Kleinsten Im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte kommt der umfassenden Kinder-Betreuung eine immer stärkere Bedeutung zu. Dort, wo Eltern ihre Kleinen tagsüber gut versorgt wissen, können sie sich beruhigt auf das Berufsleben konzentrieren. In Ratingen hat man das längst erkannt – ein Streifzug durch die Spielstätten der Stadt.
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Insgesamt 2.694 Kinderstimmen schallen seit Anfang August in Ratingen durch die Räume der vorschulischen Einrichtungen in städtischer, kirchlicher und privater Trägerschaft. 210 davon gehören Kindern im Alter von unter drei Jahren, 100 weitere Plätze bietet die Tagespflege. „Der Ruf nach Angeboten für die ganz Kleinen wird immer lauter“, berichtet Jugendamtleiterin Christa Seher-Schneid. Um der ehrgeizigen Zielvorgabe der Bundesregierung gerecht zu werden, bis zum Jahr 2013 35 Prozent aller unter Dreijährigen einen Platz in einer Krippe vorhalten zu können, baut die Stadt derzeit vor: Auf dem ehemaligen Balcke-Dürr-Gelände an der Oststraße wurde Anfang August das Richtfest für eine neue städtische Kindertageseinrichtung gefeiert. Zusätzliche 30 Kinder unter drei Jahren werden ab März 2010 in dem 663 Quadratmeter großen Spielgebäude ganztägig untergebracht.
Den Nachwuchs in guten Händen wissen
Ergänzend zu den städtischen und kirchlichen Angeboten engagieren sich auch zunehmend viele Unternehmen im Bereich der Nachwuchsbetreuung – so wie der Mobilfunkriese Vodafone, der am Eutelisplatz im Oktober eine firmeneigene Kinderkrippe eröffnen wird. Vorangegangen war eine Mitarbeiterbefragung, die den Bedarf bestätigte. „Man arbeitet einfach entspannter, wenn man den Nachwuchs in besten Händen weiß“, betont die Familienbeauftragte des Konzerns, Gerda Köster. Künftig sollen im „Westhäkchen“ auf 330 Quadratmeter Fläche und weiteren 300 Quadratmetern Außenbereich 16 Jungen und Mädchen im Alter von sechs Monaten bis maximal vier Jahren in Anlehnung an die Montessori-Pädagogik ganzheitlich betreut werden.
Spielraum für den Mittelstand
Einen Runden Tisch zum Thema Nachwuchsbetreuung hat der Unternehmensverband Ratingen initiiert. Seit eine Erhebung unter den Mitgliedern den Bedarf eindeutig nachgewiesen hat, forciert Geschäftsführer Dr. Axel Mauersberger mit den Stadtwerken das Engagement für die Mitarbeiter der Ratinger Unternehmen – und deren Zöglinge. „Um die 50 Plätze, davon die Hälfte für unter Dreijährige, wurden von den kleinen und mittleren Betrieben nachgefragt“, berichtet Mauersberger, „und das ist nur die Nachfrage von Mitarbeitern, die von außerhalb kommen und daher keinen Anspruch auf einen Ratinger Platz haben.“ In Abstimmung mit der Wirtschaftsförderung und dem Jugendamt prüfe man derzeit, ob und wo kurzfristig Lösungen herbeigeführt werden können. Mittelfristig könne man sich gar die Schaffung einer firmenübergreifenden Einrichtung vorstellen. Mauersberger: „Aus unternehmerischer Sicht ist der Aspekt Kinderbetreuung längst kein weicher Standortfaktor mehr. Um gute Fachkräfte zu rekrutieren und zu binden, ist ein breites Angebot hier unerlässlich.“
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