Wolfgang Wiegard, einer von den „fünf Weisen“ und Hauptredner des 20. Westfälischen Unternehmertags in Münster, brachte es auf den Punkt: „Die Krise ist noch nicht vorbei“, mahnte der Wirtschafts-Sachverständige, doch er sei auch zuversichtlich, dass Deutschland vom beginnenden Aufschwung schneller mitgerissen werde als andere Länder. Wiegard war auf Einladung der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe nach Münster gekommen, um vor der versammelten Unternehmerschaft zu referieren. Seine wesentlichen Aussagen und Prognosen: Das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsproduktes werde 2010 bei 1,6 Prozent liegen, der deutsche Arbeitsmarkt sei bisher von der Krise verschont worden, das gehe zwar so nicht weiter, doch über die Vier-Millionen-Grenze werden die Arbeitslosenzahl nicht steigen. Die Politik sah Wiegard vor gewaltigen Herausforderungen: „Die öffentlichen Haushalte müssen konsolidiert werden, ohne Steuersenkungen geht das nicht!“ Ähnlich sahen es auch die Experten, die zum Unternehmertag OWL in die Oetkerhalle nach Bielefeld gekommen waren. Vor 600 Zuhörern sprach BDI-Präsident Hans-Peter Keitel darüber, dass Deutschland vor einem schweren Aufstieg stehe: Indizien dafür sieht er darin, dass der Ifo-Index zum siebten Mal in Folge gestiegen sei. „Das zeigt, dass der Erwartungshorizont der Unternehmen sich aufhellt. Die Auftragslage hat sich verbessert, es gibt hohe Zuwachsraten bei Bestellungen aus dem Ausland“, so Keitel. Doch er warnte auch vor allzu großem Optimismus: „Es ist noch ein langer steiniger Weg, bis wir das Niveau vor der Krise wieder erreicht haben. Vielleicht kommen wir gerade erst in die Phase, in der unsere Unternehmen am verwundbarsten sind“. shf |