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Personalentwicklung Nachwachsende Rohdiamanten Wer hält morgen die Fahne am Industriestandort Deutschland hoch? Wie können technologielastige Branchen wie Automotive, Metall, Elektro und Maschinenbau mit Blick auf den demographischen Wandel zukünftig ihre Reihen mit qualifizierten Fachkräften schließen? Von David Greiner und Michael Kranz
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Weniger junge Menschen bedeuten auch weniger Auswahl! Die Wirtschaft muss sich selber helfen und vor allem den Kontakt zu den Schulen intensivieren. Industrie und Handel haben im Wettlauf um die nächste Generation bislang die Nase deutlich vor, Mittelstand und Handwerk müssen aufholen. Mit der Unterzeichnung einer Vereinbarung zum Ausbau von Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen haben sich Wirtschafts- und Schulministerium in NRW und die Vereinigung der heimischen Industrie- und Handelskammern, der Westdeutsche Handwerkskammertag sowie die Landesvereinigung der Unternehmensverbände auf eine flächendeckende Versorgung der Schulen mit Partnern aus der Wirtschaft verpflichtet. Schulministerin Barbara Sommer appelliert an die Unternehmen, sich gegenüber allen weiterführenden Schulen zu öffnen. Jeder, der im Rahmen einer Partnerschaft Einblicke in betriebliche Prozesse und alltägliche berufliche Herausforderungen ermögliche, investiere in die eigene Zukunft und die der Kinder und Jugendlichen. |
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Das Wirtschaftsblatt hat mit dem Vorstand der Stiftung Partner für Schule NRW, Roland Berger, über den aktuellen Stand der Dinge gesprochen. Herr Berger, wie viele Schulen sind denn schon versorgt? Wir haben etwa 2.600 allgemeinbildende weiterführende Schulen in NRW. Seit unserer letzten Befragung wissen wir, dass davon 67 Prozent eine Partnerschaft mit mindestens einem, häufig aber auch mit zwei oder mehr, Unternehmen haben. Wir wissen außerdem, dass etwa 500 weitere Schulen eine Partnerschaft wünschen. Nehmen einige Schulformen die Sache ernster als andere? Aus Erfahrung wissen wir, dass von Seiten der Lehrer an allen weiterführenden Schulen ein hohes Interesse an einer Öffnung der Schulen hin zur Arbeitswelt besteht. Durch den Kontakt zum beruflichen Alltag erhalten sie aktuelle Einblicke in neue Berufe und können so den Unterricht praxisbezogener gestalten. In allen Schulformen erhält das Themenfeld Berufs- oder Studienorientierung immer mehr Raum. Aktuell haben schon fast 80 Prozent der Gesamtschulen eine Partnerschaft, bei Gymnasien sowie Real- und Hauptschulen beträgt die Quote 70 Prozent. Deutlich schwieriger ist die Situation allerdings bei Förderschulen. Für sie brauchen wir besondere Modelle, wie beispielsweise das in Bielefeld, wo die IHK Ostwestfalen in einem Verbund mit Förderschulen zusammenarbeitet. Das Problem haben wir erkannt und werden es gezielter angehen. Der Kreis Mettmann konnte schon 2007 Vollzug melden, hier hat jede Schule bereits mindestens einen Wirtschaftspartner. Gibt es weitere Regionen, die positiv von sich reden machen? Es gibt Vorreiter, wo das Thema Schule-Wirtschaft systematisch vorangetrieben wird, aber ich will kein Benchmarking betreiben. Das bringt gar nichts, weil es einfach sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen gibt. Passen eigentlich die Vorstellungen der Schulen und die Erwartungen der Unternehmen zueinander? Das wird bereits zu Beginn geklärt. Die künftigen Partner handeln aus, was sie gemeinsam erreichen möchten, was gewünscht wäre und was sich tatsächlich umsetzen lässt. Das Team der Stiftung unterstützt sowohl Schulen als auch Unternehmen im Abstimmunsgprozess. Unverzichtbar ist eine von vornherein klar definierte Zielvereinbarung: Was wird gemacht, welche Ressourcen können eingesetzt werden, was sind die Inhalte und welches die Ziele der Partnerschaft. Dazu kann dann eine Vereinbarung ratifiziert werden. Wie kommt ein Betrieb zu einer Partnerschule? Jedes Unternehmen kann natürlich über die Stiftung gehen. Wir können dann die Kontakte in die Regionen vermitteln. Sollten Unternehmen ganz neue Ideen für Projekte mit Schulen haben, dann sind wir auch der absolut richtige Ansprechpartner.
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