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Familienunternehmen Was lange währt, bleibt weiter gut Die Familienunternehmen sind das Erfolgsmodell der deutschen Wirtschaft: Klare Werte, zukunftsoffen, erfolgsbewusst. Doch gilt es für sie in der Zukunft, drei Hürden zu nehmen. "Da ist noch sehr viel Entwicklungspotential“, so grundsätzlich optimistisch bewertet die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young die Zukunftsaussichten der deutschen Familienunternehmen. Mindestens auf den ersten Blick sind diese in der Tat eine wirtschaftliche Großmacht. Denn immerhin sind rund 95 Prozent aller 3,2 Millionen Firmen hierzulande in Familienbesitz. Sie erzielen mit 1,9 Billionen Euro im Jahr rund 42 Prozent aller Umsätze und stellen sogar 57 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Von Andreas Thomas
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Von Andreas Thomas
Wie sehr sie mit ihrer Dynamik der Motor für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland sind, zeigt ein direkter Vergleich: die 500 größten Familienunternehmen haben in den letzen Jahren ihre inländischen Belegschaften um rund zehn Prozent aufgestockt, während die 30 führenden Dax-Unternehmen Personal abgebaut haben.
Nachfolgesorgen auf dem Chefsessel
Doch die Erfolgsstory könnte ins Stocken geraten. Insbesondere drei zentrale Probleme fordern die keineswegs heile Welt der Familienunternehmen heraus und entscheiden über ihren Erfolg auch in Zukunft.
Hürde 1: Führungsnachwuchs Vielfach drücken Nachwuchssorgen und ungelöste Führungsprobleme. Ein Drittel der meist mittelständischen Betriebe steht in den kommenden fünf Jahren vor einer Nachfolgeregelung für den Chefsessel. Schon heute sitzen dort im Top-Management zu 40 Prozent familienfremde Führungsköpfe. Tendenz steigend. Damit wächst auch das Konfliktpotential. Wolf Kempert, Geschäftsführer der Gesellschaft für Unternehmensnachfolge und Unternehmensführung in Berlin, kennt dieses Problem. Er hat schon mehr als hundert dieser Unternehmen beim Generationswechsel geholfen. Er sagt: „Da droht ein großes wirtschaftliches Risiko. Denn fast jedem zehnten Familienbetrieb gelingt weder eine Nachfolgelösung noch ein Verkauf. Als Ergebnis sind Arbeitsplätze gefährdet, Wissen geht verloren, Kapital wird vernichtet“. Aber auch auf der erweiterten Führungsebene wird der Kampf um die besten unternehmerischen Köpfe immer härter, hat der Münchner Personalberater Andreas Föller beobachtet. Er unterstützt Familienunternehmen erfolgreich bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern für das Top-Management und berät bei strategischen Stellenbesetzungen. Seine Analyse lautet: „Neben der Knappheit an Kapital wird die Gewinnung wichtiger personeller Ressourcen zur entscheidenden Überlebensfrage für viele.“ Doch da stehen Familienunternehmer nach seinen Beobachtungen keineswegs so schlecht da – wenn sie es nur richtig angehen. „Denn waren früher Themen wie Einkommen, Internationalität, Führungsverantwortung für möglichst viele Mitarbeiter die entscheidenden Karriereaspekte, so spielt für potentielle Bewerber heute neben Work-/Lifetime-Balance vor allem das Thema Kultur und Werte und auch das Wohn- und Freizeitumfeld eine zunehmend starke Rolle“, sagt der Personalprofi.
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