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NRW-Landtagswahl
Die letzten Mohikaner

Im neuen NRW-Landtag wird die Stimme des Mittelstands kaum zu Gehör kommen. Ganze zwei der 181 Abgeordneten sind noch Unternehmer. Der Mangel an Machern dürfte nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Die letzten Mohikaner: Ilka Freifrau von Boeselager, CDU, Unternehmerin mit mehrere Reisebüros in Bonn und Hans-Dieter Clauser, CDU, Dipl. Ing., Geschäftsführer der BIT Bohrinjektionstechnik GmbH in Langenfeld

Es ist eine seltsame Parallelgesellschaft, die die Volksvertreter im neu gewählten Landesparlament darstellen. Denn nimmt man den NRW-Landtag zum Maßstab, wären wir ein Volk von Beamten, Lehrern, Berufspolitikern, Juristen und Gewerkschaftsfunktionären. In der Rolle der letzten Mohikaner: Ilka Freifrau von Boeselager, Reisebüro-Unternehmerin aus dem Wahlkreis Bonn, sowie Hans-Dieter Clauser, geschäftsführender Gesellschafter der BIT Bohrinjektionstechnik GmbH in Langenfeld (beide CDU). Sie sind die einzigen beiden Mittelständler im Landtag. Woran liegt der Rückzug der Unternehmerschaft? Beide sind sich einig: Mandat und Beruf unter einen Hut zu bringen, sei kaum möglich. „Meine Firma muss weitestgehend alleine laufen. Denn wenn man das Mandat ernst nimmt, ist es eigentlich ein Fulltime-Job“, sagt Hans-Dieter Clauser. Ilka von Boeselager sieht auch ein Versäumnis auf Seiten der Unternehmer: „Ein Mandat ist eine wahnsinnige Anstrengung. Viele Unternehmer scheuen sich vor der Doppelbelastung.“ Von Boeselager, aufgewachsen am Niederrhein, lebt heute in Swisttal im Rhein-Sieg-Kreis. Ins Management ihrer Reisebüro-Kette ist mittlerweile Tochter Kristina nachgerückt. So bringt sie ihre Landtagsarbeit – zuletzt als Sprecherin ihrer Fraktion im Hauptausschuss – mit der Arbeit für das Unternehmen unter einen Hut. Auch Clauser betont: „Es geht nur mit einem Management im Unternehmen, dem man vertraut und das einen entlastet“.


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