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Neue Märkte für die Freien Berufe Düsseldorf (8/2006) Der Wettbewerb bei den Freien Berufen rückt zunehmend auch in den Fokus nationaler und internationaler Institutionen. In Fortsetzung des Dialogs, den die Europäische Kommission mit Kammern, Verbänden und nationalen Regulierungsbehörden begonnen hat, erwartet sie im Sinne der Lissabon-Strategie auch von Deutschland mehr Reformeifer beim Abbau von Wettbewerbsbeschränkungen bei Freien Berufen.
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Der Wettbewerb bei den Freien Berufen rückt zunehmend auch in den Fokus nationaler und internationaler Institutionen. In Fortsetzung des Dialogs, den die Europäische Kommission mit Kammern, Verbänden und nationalen Regulierungsbehörden begonnen hat, erwartet sie im Sinne der Lissabon-Strategie auch von Deutschland mehr Reformeifer beim Abbau von Wettbewerbsbeschränkungen bei Freien Berufen. Explizit halten die europäischen Institutionen etwa Mindesthonorare oder die teilweise starken Beschränkungen der Werbemöglichkeiten und der berufsübergreifenden Zusammenarbeit für wettbewerbsbehindernd. Auch die Monopolkommission hat in einem jüngst vorgelegten Gutachten in einer Reihe von berufsrechtlichen Regelungen für Rechtsanwälte, Apotheker, freiberufliche Architekten und Ingenieure Raum für mehr Wettbewerb festgestellt. Musik in den Ohren des Ordnungspolitikers? Das mag jeder für sich entscheiden. Diese Bundesregierung jedenfalls will an der Grundstruktur der Freien Berufe festhalten. Unsere Aufgabe im Rahmen einer ordnungspolitisch ausgerichteten Wirtschaftspolitik ist die Erhaltung offener und die Öffnung verschlossener Märkte. Unsere Aufgabe ist es aber auch, sektorspezifisch mit Augenmaß zu regulieren, wo dies nötig ist. Eine Radikalkur werden wir den Freien Berufen nicht verordnen. Unter dieser Maßgabe novellieren verschiedene Ressorts der Bundesregierung derzeit insgesamt vier Berufsrechte. Wir liberalisieren dort, wo wir es zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Berufsstandes für unbedingt erforderlich halten. Ein immer stärker zusammenwachsendes Europa und die zunehmende weltwirtschaftliche Verflechtung erfordern auch von den Freien Berufen ein hohes Maß an Anpassungsflexibilität. Wettbewerb und Wettbewerbsfähigkeit entwickeln sich zu immer bedeutenderen Größen auch für sie. Viele Freiberufler haben etwa das Denken in neuen Räumen und Märkten bereits als Zukunftschance erkannt. Auf dem Weg dorthin unterstützen wir die Freien Berufe nach Kräften und – ich betone – stets unter Berücksichtigung ihres Kernprofils: ihrer hohen Professionalität, ihrer Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl, ihrer Eigenverantwortlichkeit und einer strengen Selbstkontrolle.
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