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Bildung
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Nicht oft bietet jemand freiwillig an, mehr Steuern zu zahlen. Deutsche Bürger würden dies für bessere Bildung tun. Auch Unternehmer wollen mehr Geld in Qualifizierung investieren. Und ihre Mitarbeiter via Weiterbildung die eigene Persönlichkeit formen.

Eine Studie der Roland Berger Strategy Consultants, der Bertelsmann Stiftung, der „Bild“-Zeitung und der türkischen Zeitung „Hürriyet“, ergab Überraschendes: 73 Prozent aller befragten Bürger erklärten, höhere Abgaben leisten zu wollen, wenn sich dadurch das Bildungssystem verbessere. Für Qualifizierung tiefer in die Tasche greifen wollen jedoch auch Arbeitgeber: Nach einer aktuellen forsa-Studie im Auftrag des ISL Institut für Lernsysteme in Hamburg, zu der 300 Personalverantwortliche in Unternehmen mit über 150 Mitarbeitern befragt wurden, planen immer mehr, ihren Etat für Fortbildung auszubauen. „Waren es 2010 gut 15 Prozent, die dies vorhatten, sind es nun insgesamt 33 Prozent – bei Unternehmen mit über 300 Mitarbeitern sogar 38 Prozent”, erklärt Rainer Paetsch, Senior Projektmanager von ISL Professional. Der Hauptgrund dafür sei befürchteter Fachkräftemangel. Nahezu alle – 90 Prozent – der befragten Personalverantwortlichen sind sich einig, dass hier kontinuierliche Fortbildung abhelfen könne. Dazu hielt eine deutliche Mehrheit – 71 Prozent – es für sinnvoll, eher die eigenen Mitarbeiter durch Weiterbildung zu qualifizieren, als teure Fachkräfte von außen anzuwerben. Die Wichtigkeit von betrieblicher Weiterbildung belegte auch eine Umfrage der Management Circle AG aus Eschborn unter 2.000 Personalentscheidern und Mitarbeiter aus Unternehmen des produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors. „Weiterbildung stärkt Unternehmen und Mitarbeiter”, betont Sigrid Bauschert, Gründerin und Vorstand der Management Circle AG. 88 Prozent aller befragten Unternehmen bestätigen, dass man durch bessere Arbeitsergebnisse profitiert, 72 Prozent sehen mehr Innovationskraft. Persönliche Weiterentwicklung gilt als Hauptgrund für die Mitarbeiter, sich fortzubilden, so 97 Prozent der Befragten. Gefolgt von der Feststellung, sich mit Weiterqualifizierung im Job verbessern zu können. MG


Die Preisträger im Februar 2011 mit Manfred Kremer, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (m.li.), und dem scheidenden baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (m. re.)

Für Polizei und Planung



Auf der Bildungsmesse „didacta” in Stuttgart wurde im Februar erneut der mit 2.500 Euro dotierte „Weiterbildungs-Innovations-Preis” verliehen. Die diesjährigen Sieger zeichnen sich durch besondere Spezialisierungen aus.

Beim Innenministerium des Landes Baden-Württemberg entwickelte man zusammen mit dem Ulmer Softwareanbieter TriCAT VIPOL, ein Serious Game für virtuelle Trainingsszenarios. „Das Programm ergänzt praktische Übungen der Polizei, da sich flächendeckende Trainingseinheiten aufgrund des großen Kosten- und Zeitaufwandes unter realen Bedingungen kaum realisieren lassen,” erklärte der Inspekteur der Polizei, Dieter Schneider. Polizisten trainieren am Computer etwa, wie Bodenkräfte mit den Besatzungen in Polizeihubschraubern bei Einsätzen reibungslos zusammenarbeiten. An der Dualen Hochschule Karlsruhe wiederum hatte man sich Stärkung der wirtschaftlichen Kompetenz auf die Fahnen geschrieben mit dem „Studiengang Unternehmertum”. Die „Diplom-Unternehmer” sollen so in die Lage versetzt werden, einen Betrieb professionell und innovativ zu führen. Mehr Alphabetisierung ist das Ziel am Forschungsinstitut Betriebliche Bildung in Nürnberg mit dem Projekt „ABC zum Berufserfolg”. Qualifizierung für Nachwuchskräfte im Unternehmen bietet die „Talent Academy – Akademie für den Führungsnachwuchs“ aus dem baden-württembergischen Bondorf. Bei der Fortbildung werden Führungskräfte des jeweiligen Betriebs aktiv mit eingebunden; so soll es Unternehmern erleichtert werden, Führungspositionen besser intern zu besetzen.

Mehr Fachkompetenz

Die „Weiterbildung zur Diabetesberaterin/zum Diabetesberater DDG” der Deutschen Diabetes-Gesellschaft in Berlin und der Mathias Hochschule in Rheine wiederum setzt neue Standards für fachlich ausgerichtete Tätigkeiten der nichtärztlichen Berufe in der Diabetologie. Einen Sonderpreis erhielt das Institut für Psychologie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen für den „Tour-Planer”, ein strategisches Planspiel zur Kompetenzfeststellung in der Weiterbildung. Damit will man die Planungskompetenz von Menschen, die sich in der beruflichen Rehabilitation befinden, diagnostizieren, um so bessere Empfehlungen für Berufswahl, weiteren Trainingsbedarf oder Umschulungen geben zu können. MG


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