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Auf zu neuen Ufern

Unmittelbar an der Autobahn A 2 bei Hamm-Uentrop gelegen, ist das RWE-Kohlekraftwerk „Westfalen“ schon von weitem gut erkennbar. Das Potential des Energieriesen will man nun auch auf der anderen Seite der Lippe nutzen: Die Gemeinde Lippetal plant hier ein Industrieareal, indem das Potential der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) aus dem benachbarten Kraftwerk genutzt wird.


Bürgermeister Matthias Lürbke hat eine Vision: Ein Industrieareal, in dem das KWK-Potential aus dem benachbarten Kraftwerk genutzt wird.

Für die Lippetaler Planer ist es ein langgehegter Traum: Auf kommunalen Flächen und dennoch weit genug von jeder Wohnsiedlung entfernt, soll ein Industriegebiet ausgewiesen werden. Den Platz dafür haben sie in bester Lage vor der Haustür: Weit westlich vom Ortsteil Lippborg, mit direktem Autobahnanschluss an die A 2, Europas wichtigster Verbindungslinie. Außer einem Autohof, Hotel und Campingplatz gehören auf Hammer Flächen zur Nachbarschaft das RWE Kohlekraftwerk „Westfalen“, ein Gasturbinenkraftwerk, das Zentrallager der Claas-Landmaschinentechnik und verschiedene chemische Betriebe.
Am Nordufer der Lippe dagegen herrscht derzeit noch unbebaute Weite: Ackerflächen und kleine Wälder in logistischer 1A-Lage. Jetzt hat Bürgermeister Matthias Lürbke Bewegung ins Spiel gebracht: „Seit Mitte der 1980er Jahre bemüht sich die Gemeinde um die Ausweisung eines Industriegebietes. Ich möchte jetzt Klarheit haben: Jahrelang sind wir bei der Regionalplanung leer ausgegangen, weil die Bezirksregierung hier keinen Bedarf an Gewerbeflächen sah; vor allem, weil wir viele Auspendler und wenig Arbeitslose am Ort haben“, so der Bürgermeister. Jetzt führt Lürbke, der neue Arbeitsplätze in der Flächengemeinde am Nordwestrand des Kreises Soest ansiedeln möchte, schlagkräftige Argumente an: Durch das Kohlekraftwerk der RWE ist eine Kraft-Wärme-Kopplung möglich, das heißt: Besonders energieintensive Unternehmen könnten das KWK-Potential eines Großkraftwerkes nutzen. „Ein entscheidender Bonus, der uns helfen soll, die Ausweisung eines zweckgebundenen Industrie- und Gewerbegebietes (GIB-z) zu erreichen“, erläutert Lürbke. Die Gemeinde Lippetal ist zuversichtlich und hat das erfahrene Planungsbüro Wolters & Partner aus Coesfeld mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Die Spezialisten überprüfen ein 80 Hektar großes Gelände auf die grundsätzliche Machbarkeit einer Indu­strieansiedlung.

Jetzt Gas geben

Zukunftsvision ist es, in etwa fünf Jahren ein 20 bis 40 Hektar großes Industrieareal direkt an der Autobahn A 2 entstehen zu lassen. Die Gemeinde zielt auf Betriebe, die einerseits die hervor­ragende Lagegunst an der Fernstraße sowie das riesige Flächenangebot zu schätzen wissen, andererseits ihren hohen Energiebedarf am Kraftwerk stillen könnten. „Ich denke an Betriebe der Nahrungsmittelindustrie oder metallverarbeitende Unternehmen wie Gießereien, Schmelzereien, Galvanikbetriebe und andere Oberflächenbehandler. Auch Unternehmen mit hohem Trocknungsaufwand wie Lackierereien würden ideale Bedingungen vorfinden“, so der Bürgermeister. „Vorteilhaft wäre die Lage auch für Firmen mit hohem Kältebedarf, die wärmegetriebene Sorptionskältemaschinen einsetzen. Je früher sich interessierte Unternehmen melden, desto besser stehen die Chancen, hier eine rasche Entscheidung und Planung voranzutreiben“, ist Lürbke sicher. Der Bürgermeister will außerdem Kooperationspartner ins Boot holen, die ihn beim Vorantreiben seiner Ziele unterstützen und spricht deshalb benachbarte Kommunen, Wirtschaftsförderungen und große Unternehmen an.

Gemeinde Lippetal
Bürgermeister Matthias Lürbke
Bahnhofstraße 7 ∙ 59510 Lippetal
Tel.: 02923/980231
post@lippetal.de ∙ www.lippetal.de



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