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Unter(zu)kunft

Wie können sich Hotels künftig am Markt behaupten? Wo finden Sie Nischen, wie positionieren sie sich erfolgreich gegen Mitbewerber? Antworten soll die Forschung liefern. Allen voran gibt das Fraunhofer Institut einen Ausblick auf das Hotel der Zukunft.

Von Barbara Ochs

Im Wettbewerb um die Gäste sind Ideen gefragt. Längst reicht es nicht mehr aus, ein Schild mit der Aufschrift „Zimmer frei“ ins Fenster zu stellen. Der Gast vergleicht mehr, seit ihm das Internet mit Bewertungs- und Buchungsportalen, Suchmaschinen und SmartPhone-Apps zur Verfügung steht. Die zunehmende Transparenz und Vergleichbarkeit des Leistungsangebots bringt neue Argumente auf den Plan, die Hoteliers vorweisen müssen, um sich vom Wettbewerber zu unterscheiden. Wo früher Bett und Preis zur Buchung genügten, erwartet der Gast heute zuvor einen virtuellen Rundgang mit umfassenden Informationen über Ausstattung, Service und Technik. Für Hotels und auch Eventveranstalter bietet dieser Anspruch die Gelegenheit, sich vom Mitbewerber abzugrenzen, indem er ein stimmiges Produktpaket für den Gast schnürt und seinem Haus ein unverwechselbares Gesicht gibt.

Der Gast bestimmt das Angebot

Bleibt allerdings die Frage: Was will der Gast? Neben den brancheninternen Organisationen befassen sich seit 2008 auch die Forscher des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation, kurz Fraunhofer IAO, mit der Frage. „FutureHotel“ heißt das Verbundprojekt, das in Zusammenarbeit mit Experten aus der Wirtschaft Erfolgsfaktoren, Chancen und Potentiale analysiert und neue Konzepte entwickeln sollen.
Das Projekt, das im Dezember 2011 endet, zeigt einige Trends auf, die auf die Hotelbranche einwirken und sie auch in Zukunft fordern werden. Dazu gehört in erster Linie der individualisierte und personalisierte Service. Wie dieser aussehen könnte, wird in einem Showcase im inHaus-Zentrum Duisburg, einer weltweit einzigartigen Innovationswerkstatt, in Prototypen umgesetzt und getestet. Zukünftig könnte es beispielsweise möglich sein, dass der Gast ein weltweit verfügbares Profil bekommt, das von der Zimmertemperatur über farbiges Licht bis hin zum bevorzugten Inhalt der Minibar persönliche Vorlieben speichert. Spezielle Kontaktschleifen im Teppich melden der elektronischen Steuerung des Klimareglers, wann der Gast das Zimmer betritt. Das hat den Effekt, dass unnötiges Heizen und Lüften vermieden wird und trägt damit dem zunehmenden Bewusstsein für Ökologie Rechnung. Generell bekommen Technologie und Vernetzung eine noch größere Bedeutung als ohnehin schon, da die Gäste zunehmend mit NetBooks, SmartPhone und Tablet-PCs ein mobiles Büro mit sich tragen.
Der Ruf des Gastes nach Gesundheit und Wohlbefinden wird lauter. Hotelangebote der Zukunft könnten darauf mit Angeboten antworten, die Körper, Geist und Lebensqualität in Einklang bringen, idealerweise kombiniert mit neuen Technologien etwa aus dem Bereich der Sensortechnik.


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