Die konjunkturellen Aussichten für die chemische Industrie sind hervorragend. Gerade in Nordrhein-Westfalen, dem Kernland der Branche, ist der internationale Boom deutlich spürbar. Hiervon profitieren auch die 19 Chemie-Unternehmen im Kreis Mettmann mit ihren über 4.300 Beschäftigten. Der Sektor rückt derweil näher zusammen, um seinen Wirkungsgrad weiter zu erhöhen.
Von Barbara Anna Hüser
Die Chemiebranche in ganz NRW segelt mit Rückenwind. Der bläst aus internationalen Richtungen. „Das Geschäft mit chemischen Produkten läuft zurzeit hervorragend. Alle Sparten der Chemie profitieren vom starken Wachstum der Weltwirtschaft. Wir sind zuversichtlich, dass die positiven Impulse aus dem Export bis zum Jahresende anhalten und auch der Aufschwung im Inland nicht wesentlich nachlässt“, kommentiert Professor Dr. Ulrich Lehner, Präsident des Verbands der chemischen Industrie VCI, die wirtschaftliche Lage der Branche. Der Chef des Düsseldorfer Henkel-Konzerns wurde im September an die Spitze des Verbandes gewählt, der die Interessen der 1.600 deutschen Chemieunternehmen sowie deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne vertritt. „Wir beurteilen die gegenwärtige Situation so positiv und stabil wie schon lange nicht mehr", sagt auch sein Amtsvorgänger, der Vorstandsvorsitzende der Leverkusener Bayer AG, Werner Wenning, der weiterhin im Verbandsvorstand mitarbeitet.
Spitze in Deutschland
Nicht nur an diesen Verbands-Personalien lässt sich die hervorgehobene Position Nordrhein-Westfalens für die gesamte chemische Industrie in Deutschland ablesen. Die Zahlen sprechen für sich: 28 Prozent aller Beschäftigten der Branche arbeiten in NRW. Zehn der 40 umsatzstärksten deutschen Chemie-Unternehmen haben zwischen Minden und Euskirchen ihren Sitz. Insgesamt werden ein Drittel der bundesweiten Umsätze hier erwirtschaftet. Mit deutlichem Abstand folgen auf den Plätzen zwei und drei Rheinland-Pfalz (14,6 Prozent) und Hessen (12,3 Prozent). Mit rund 113.000 Beschäftigten ist Nordrhein-Westfalen selbstverständlich auch eine der stärksten Chemieregionen Europas. Die Schlagkraft des chemischen Sektors hat sich auch in diesem Jahr kräftig erhöht. Der Spezialchemiekonzern Altana AG verlagerte seinen Firmensitz vom hessischen Bad Homburg ins niederrheinische Wesel.