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Mittelstandsfinanzierung Kapital ohne Klemme Viele deutsche Mittelständler müssen in den nächsten Jahren umfangreiche Finanzierungen zurückzahlen. Und sie wissen noch nicht, wie. Investoren und Kreditgeber wollen aber mitziehen.
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Von Martin Beier
Rüdiger S. (Name geändert) griff im Jahr 2002 beherzt zu: Für seinen mittelständischen Metallbetrieb hat er in Höhe von 500.000 Euro Mezzanin-Kapital aufgenommen. Zum größten Teil wurde das Geld in die Anschaffung zweier neuer Maschinen investiert. „Die Kosten liegen zwar nicht viel besser als übliche Kreditzinsen, aber durch die Bilanzierung als Eigenkapital hat mein Rating gewonnen, und der Spielraum für meine Bankgespräche wurde besser“, so der Unternehmer. Neben jährlichen Zinsen wurde die Rückzahlung des Kapitals in zwei Tranchen vereinbart. Und die erste Zahlung steht im kommenden Jahr an. Rüdiger S. ist kein Einzelfall. Bei vielen anderen Unternehmern ist diese Kapitalform seit einigen Jahren ein gängiges Finanzierungsinstrument. Rund vier Milliarden Euro Mezzanin-Kapital stehen nun 2010 und 2011 zur Rückzahlung an, so Branchenexperten. Doch so viele Vorteile die Mezzanine auch hat – sie ist von den gleichen konjunkturellen Schwierigkeiten betroffen wie andere Finanz-Instrumente auch. Bei Vertragsbeginn in besten Absichten vereinbarte Rückzahlungen fallen den Unternehmen mit der unerwarteten Konjunkturkrise schwerer als gedacht.
Umschuldungslösungen werden gesucht
Doch so dramatisch, wie es jüngst eine Finanzzeitung prognostizierte, wird es wohl nicht werden. „Wir stehen zu unserem öffentlichen Auftrag, dem Mittelstand Fremdkapital mit Eigenkapitalqualität anzubieten“, beruhigt Dr. Gerd-Rüdiger Steffen, Vorstand des Verbands Mittelständische Beteiligungsgesellschaften in Berlin: „Wir sehen uns hier in der Verantwortung, auch wenn solche Umschuldungen nicht unser typisches Geschäft sind.“ Und auch der Geschäftsführer eines Sparkassen-gebundenen Mezzanin-Gebers betont gegenüber dem Wirtschaftsblatt: „An Wertberichtigungen hat keiner ein Interesse. Wir prüfen gerade Möglichkeiten, wie einzelne Programme bei unseren Kunden verlängert oder neu aufgelegt werden können.“ Alternativen zu Mezzaninen gibt es zwar. Sie erfordern aber besonderes Engagement. Einer, der einen anderen Weg geht, ist beispielsweise Klaus Lellé, Chef der Halloren Schokoladenfabrik aus Halle an der Saale. An Banken und Finanzinstituten vorbei bietet er Sparern eine Privatanleihe mit 6,25 Prozent Jahreszins an; Laufzeit bis 2014. In 1.000-Euro-Stücken werden auf diese Weise insgesamt 8 Millionen Euro in die Kasse von Deutschlands ältester Schokoladenfabrik fließen, da ist sich Chef Lellé aus Erfahrung sicher. Kürzlich hat er 9,5 Millionen Euro an Anleger zurückgezahlt – für die erste, noch mit 7 Prozent verzinste Halloren-Anleihe aus dem Jahr 2004. An anderer Stelle müsste der Chocolatier mit gut 50 Millionen Euro Jahresumsatz, momentan aber nur ausgeglichenem Ergebnis, weit mehr als 7 Prozent Kreditzinsen bezahlen.
Geldgeber sollten wissen, was sie tun
Angebote für Privatanlagen gibt es zuhauf auf einschlägigen Internetseiten zu besichtigen; etwa unter emissionsmarktplatz.de. Da sucht beispielsweise die Beachers GmbH Geld für die weltweite Vermarktung der gleichnamigen Flip-Flops, die angeblich heute schon Kult-Status besitzen. 10 Prozent Zinsen will Beachers für die fünfjährige Anleihe zahlen. Oder die Apotheken-Spiegel-Verlagsgesellschaft aus Frankfurt: Sie will 1.000 Schuldscheine über jeweils 100 Euro ausgeben und fünf Jahre lang 6,25 Prozent Zinsen dafür bezahlen.
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